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Neujahr:
Das neue Jahr begann traditionell nicht am ersten Januar, sondern im Frühling. Das Datum richtete sich nach dem Mondkalender,
so war der tatsächliche Beginn beweglich- am Vollmondstag im Sternzeichen Widder.
Oft wird auch Aschermittwoch (popeleční- škaredá- černá středa) als der Beginn bezeichnet-
dieser Tag wird auch als Adamstag genannt. Alles Alte verbrennt zur Asche und macht Platz für die Neue Zeit.
Speisen: trockenes Brot, Trockenfrüchte.
1. Sonntag- Fastensontag (postní neděle, pražná, pučálná)
Es ist die Zeit zwischen dem 08.03. und 14.03. Der Name stammt von den gekeimten und gerösteten Erbsen oder Korn. Das waren die üblichen Fastenspeisen.
Rezept: Pucálka [PDF]
2. Sonntag- Fastensonntag (černá, sazometná)
Der Name deutet an den „Frühjahrsputz“ hin. So wie das Fasten den Körper reinigt, so wird auch das Haus nach dem Winter aufgeräumt.
Speisen: geröstete, gekeimte Getreide, Brei aus gekeimten Getreide
3. Sonntag- Fastensonntag (kýchavná)
In den Birkenwäldern wurden die Bäume angeritzt und der süße Saft wurde aufgefangen. Entweder wurde er sofort getrunken, oder als Sirup eingekocht.
4. Sonntag- Fastensonntag (černá, liščí, růžová, družební):
An diesem Tag trafen sich ledige Mädchen und buken ein Kuchen (družbadlový koláč). Den aßen sie um einen „Schwesternbund“
zu besiegeln. Weitere Speise waren geröstete gekeimte Linsen. Der Fuchs bringt ein neues Feuer. Fuchs hat es den Göttern gestohlen und hat sich dabei verbrannt,
deswegen ist der Fell rot. Die Füchse bringen auch Kinder aus der Unterwelt, erst später kamen der Storch und die Krähe.
Speisen: geröstete gekeimte Erbsen (pučálka), Erbsenpüree, kleine Mohnbrezeln, die die Mütter für die Kinder heimlich
buken und auf Weidenzweige im Garten hängten.
5. Sonntag- Fastensonntag (smrtná):
An diesem Tag wurde eine Todespuppe aus dem Dorf getragen und ins Wasser geworfen. Eine neue hübsche Puppe wurde reingetragen, als frisches, neues Leben.
Speisen: přesňáky, mrváně- kuchen aus nicht vergorenem Teig, dazu eine Sauce aus gekochten Trockenfrüchten.
6. Sonntag- Fastensonntag (květná):
An diesem Tag war es verboten zu backen.
Mann könnte die Blüte mitbacken und dann wird es keine Obsternte geben.
Speisen: Suppen aus Frühlingskräutern und Blüten. Weiterhin auch geröstete gekeimte Erbsen und Linsen.
Rezept: Grüne Frühlingssuppe [PDF]
Gründonnerstag:
Es wird alles verzehrt was grün ist. Spinat, Brenessel, Kräuter, Kohl. In der heutigen Zeit gehen Kinder zu den Nachbarn, singen Osterliedchen und bekommen dafür bunte Eier und Süßigkeiten.
Speisen: Jidáše, ein Gebäck in Form eines gedrehten Seiles, verschiedene Figuren wie Vögel, Schafe, Ziegen, Menschen.
Das Gebäck wurde mit Honig bestrichen, vor dem Sonnenaufgang gegessen und ein Stück wurde in den Brunnen geworfen.
Rezept: Wildkräuteromelett [PDF]
Karfreitag (Velký pátek):
Ein strenger Fastentag. An diesem Tag sollen sich die Berge öffnen und verborgene Schätze zeigen.
Ostersonntag (Boží hod velikonoční):
Speisen: gefülltes Lamm, Schinken, gekochte Eier, Mazanec- Hefeteigleib gefärbt mit Safran oder Möhrensaft, Kränze aus Hefeteig, Schmalzgebäck (boží milosti), Fleischpasteten, Brot, Rotwein. Später auch Osterlämmer als Kuchen.
Die Speisen wurden in die Kirche getragen und geweiht. Die Speisen wurden an alle verteilt und zum Frühstück gegessen. Jeder Besucher hat ebenso davon bekommen, ein Teil der Speisen wurde im Garten, auf dem Feld und in Brunnen geopfert.
Rezept: Mazanec- Osterleib [PDF]
Ostermontag: (Veli konoční pondělí)
An diesem Tag wurden die Speisen in der freien Natur gegessen und verschiedene rituelle Spiele gespielt. In der heutigen Zeit gehen die Männer mit den Weideruten die Frauen besuchen.
Sie bekommen bunte Eier, bunte Bänder auf die Ruten und Schnaps. Koleda, Pomlázka.
Speisen: Mazance, bunte Eier, Lebkuchen
Rezept: Lebkuchen [PDF]
21.04. Feier der Weiden (slavnosti pastvin):
Speisen: Milch, Käse, Butter, Milchbrei
23.04. und 24.04. (sv. Vojtěch, sv. Jiří, den hadů):
An diesem Tag öffnet sich die Erde. Fruchtbarkeitsrituale werden durchgeführt. Das Wasser in den Brunnen ist an diesen Tagen giftig.
Speisen: gebratene Tauben, Teigschlangen über dem Feuer gebacken - Stockbrot-Trdelník.
25.04. (sv. Marek):
An diesem Tag wurden die Schädlinge von Getreide vertrieben Speisen: Marzipan, Lebkuchen (Marce pane).
Zu den Zwecken des Wahrsagens wurde ein salziger Teigfladen aus Weizen- und Gerstenmehl gebacken, verziert mit einem flachen Kreuz.
Auf dem Feld wurde ein schwarzer Hund auf dem Feld geopfert. Sein Schmalz wurde für Heilzwecke verwendet.
30.04. und 01.05. (sv. Filip a sv. Jakub, Valpuržina noc, Čarodějnice):
Verschiedene Mairituale. An diesen Tagen darf nichts von dem Rind getragen werden und kein Produkt aus Leder oder Horn darf das Haus verlassen.
Die Hexe könnte mit dem Stück ihr Unwesen treiben und die Kuh verzaubern, so dass diese ihre Milch verliert.
Speisen: kleine Kuchen mit Mohn, mrváně, boží milosti, Brathähnchen, Brot mit Salz und Kümmel, Zwiebel, Knoblauch
Pfingsten (Svatodušní svátky, Letnice, rozalie, rusalčí dny):
An diesem Tag wurden die Rosen verehrt, die jungen Männer haben „Königsreiten“ gemacht, beliebt war auch „Königsschießen“.
Speisen: gebackene Vögel, Hühnerbrühe, Gebäck (vrkoče, karásky, copánky, kruchánky, uzle,
věnce, koláče), Rosenblüten in Honig, Hagebuttenmarmelade.
Guten Appetit!
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